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Die Prophezeiung des Lichts - Teil 3 - Die Krähe im Wolfspelz
Kapitel 6 - Töte oder werde getötet Denken die wirklich sie hätten die Hölle schon gesehen? Ihren Liebsten zu verlieren, wäre das Schlimmste, was ihr hätte passieren können? Und glaubt auch noch vom Pech verfolgt zu werden und gerade die Hölle zu durch schreiten? Nur weil es grad‘ mal nicht so gut läuft. Wie erbärmlich die Gewöhnlichen doch sind. Jammert und klagt vor ihrer Freundin über ihr ach so schreckliches Schicksal. Ich kenne die wahre Hölle und das hat absolut nichts mit diesem Quatsch zu tun. Die weinende Katzendame wischte sich erneut mit einem Taschentuch über das Gesicht, während ihre Freundin neben ihr am Tisch des Cafés saß und versuchte sie zu trösten: „Psst. Ist ja gut. Er war ein Idiot. Es gibt bessere. Du wirst schon sehen.“ Im Dunkel der Gasse direkt neben dem Café blickte Corvus immer wieder zu einem hellgrauen Wolf herüber. Seit vier Tagen war er bereits hinter dem her und der Fürst war alles andere als gut gelaunt. Dieses musste Corvus auch schon am eigenen Leib spüren. Würde er noch mehr einstecken müssen, wäre er wahrscheinlich nicht mal mehr in der Lage den hellgrauen Wolf zu töten. Es musste heute passieren und dieses Mal durfte nichts schief laufen. Auch ein Grund, warum Corvus seinen treuen Mitkämpfer Fusco nicht mitgenommen hatte. Der würde nur alles versauen. Der hellgraue Wolf sah aus wie um die 25 Jahre, hatte ein schwarzes Lederarmband am rechten Arm und trug ein abgetragenes, schwarzes Muskelshirt. Gerade drehte er Corvus den Rücken zu, doch dieser wusste, dass der Wolf grüne Augen hatte und die etwas längeren Haare über das linke Auge hingen. Er wartete auf seine Chance. Wenn er sich ihm entgegenstellte, würde dieser nur wieder auf der Stelle verschwinden und Corvus hätte ein weiteres Mal versagt. Es waren nicht sonderlich viele weitere Personen in der Straße unterwegs, was es Corvus erleichterte den Wolf zu beobachten. Es war dennoch erstaunlich, dass er sich in einer Kleinstadt aufhielt. Die meisten Diener zogen es vor in eine Großstadt zu fliehen, um in der Menge der Bewohner unter zu tauchen. Hier war es fast schon zu leicht gewesen ihn aufzuspüren. Der führt jetzt schon seit einer Ewigkeit mit der Verkäuferin des Obstladens Smalltalk. Ist der da bald mal fertig? Ich habe wirklich noch was Besseres zu tun. Verdammter Feigling! Und so etwas war mal ein Diener des Fürsten. Wenn der nicht jeden Idioten zum Diener machen würde, hätte ich nur halb so viel zu tun. Der Wolf drehte sich nun endlich um. Er hatte eine Gartenzeitschrift gekauft und wirkte sehr glücklich. Corvus wartete in der Gasse darauf, dass er endlich den Laden verlassen würde. Kaum das die Tür aufgegangen war und der Wolf einen Schritt hinausging, rannte Corvus auf ihn zu und packte ihn: „Concremo!“ Der Wolf hatte nicht mal Zeit zu reagieren, schon ging er rauchend in Asche auf, die zu Boden fiel und durch Corvus Hand rieselte. Corvus grinste selbst zufrieden: „Endlich.“ Die wenigen Leute in der Straße schauten entsetzt zu ihm, ehe Corvus selbst in grau-rotem Rauch verschwand. In der Hölle tauchte er bereits im Schloss auf, in einem der vielen Gänge in denen sich die Zimmer der Diener befanden. Die Asche staubte vom Boden auf, als er Richtung Thronsaal lief. Er hasste es diesen betreten zu müssen. Nicht das Niederknien oder die untertänigen Worte waren es, die ihn störten, sondern die Ungewissheit, ob er dort unversehrt wieder herauskommen würde. Selbst wenn er seinen Auftrag gut erfüllt hatte, benutzte der Fürst der Finsternis ihn zu gerne als seinen persönlichen Prügelknaben. Er brauchte keinen Grund dazu. Corvus war nur ein Diener. Zwar der Henker des Fürsten, aber dennoch nur ein Diener. Aus unbekannten Gründen hegte er zusätzlich noch einen besonderen Groll gegen Corvus und vor allem dann, wenn Corvus Auge voller Zorn gegen den Teufel aufleuchtete. Corvus wusste, dass er sich zusammenreißen müsste und ging erhobenen Hauptes in den Thronsaal. Dort kniete er sich nieder und senkte den Kopf: „Mein Fürst, der Diener ist wie befohlen tot.“ Satan schnaubte verärgert: „Das wurde auch höchste Zeit.“ „Verzeiht meine langsame Arbeit. Das kommt sicher nicht wieder vor“, beteuerte Corvus ihm untertänigstes. Man hörte, wie der Teufel sich von seinem Thron erhob, der in der undurchdringlichen Finsternis des Thronsaales stand. „Corvus, sieh mich an“, forderte der Fürst ihn auf, als er aus dem Dunkel trat. Zögerlich hob Corvus den Kopf und blickte den Teufel an. Der Fürst stellte ihn mal wieder auf die Probe und oftmals bestand Corvus diese Probe nicht. Er konnte sich einfach nicht unter Kontrolle halten. Mit aller Disziplin, die er aufbringen konnte, versuchte er seinen Hass zurück zu halten. Jedoch blitzte ein leichtes Leuchten aus seinem gelben Auge auf. Der Teufel ließ eine schwarze Magiewelle auf ihn los. Eine Art Schockwelle aus schwarzer Magie, die in rasender Geschwindigkeit ihn erfasste und ihn gegen die steinerne Wand im Thronsaal schleuderte. Corvus gab einen Schmerzenslaut von sich und rappelte sich dann schnell wieder soweit auf, dass er erneut vor dem Fürsten kniete: „Verzeiht mir, mein Fürst.“ Der Teufel verschwand wieder in der Finsternis: „Geh mir aus den Augen!“ Corvus nickte leicht: „Wie ihr wünscht, mein Fürst.“ Dann stand er auf und ging aus dem Thronsaal. Er würde ruhen müssen, um für den nächsten Auftrag wieder kampftauglich zu sein. Sein linkes Bein hinkte, sein Rücken schmerzte grausam. Wenn er sich nicht schnell genug erholen würde bis zum nächsten Auftrag, dann wäre das vielleicht sein letzter. Mit einem Knall stellte Fusco den Korb auf den morschen, alten Schreibtisch: „Guten Morgen Corvus! Aufgestanden!“ Corvus gab ein Knurren von sich und drehte sich einfach, wobei er sich die mit Löchern übersehte Decke über den Kopf zog. Fusco lachte: „Ich sehe dich immer noch. Nun komm schon. Die Sonne ist längst aufgegangen.“ Ein weiteres Knurren erklang: „In der Hölle gibt es keine Sonne. Lass mich in Ruhe!“ Mit ein paar großen Schritten war Fusco bei ihm am Bett und zog einmal kräftig an der Decke, dabei grinste er breit: „Aufgestanden Schlafmütze.“ Corvus murrte mehr als verärgert und rappelte sich auf: „Wer hat dich eigentlich als meinen Wecker eingestellt?“ Ein lautes Lachen erklang aus Fuscos Kehle: „Niemand, aber wer sonst sollte dich aus dem Bett holen. Frühstück steht auf dem Tisch.“ Er deutete dabei auf den Schreibtisch. Von Corvus kam kein „Danke“ oder sonstiges. Noch müde rappelte er sich auf und ging dann zu dem Schreibtisch. Er ließ sich in den morschen, unbequemen Stuhl davor fallen, nahm sich etwas von dem alten Brot und kaute dann auf dem zähen Stück herum. Das Einzige, was man hier unten zu essen bekam, altes Brot. Die Wasserflasche war zumindest mit frischem Wasser gefüllt. Schließlich konnte der Fürst nicht riskieren, dass seine Diener krank werden würden. Er brauchte diese. Fusco schüttelte inzwischen Corvus Kissen auf und legte die Decke ordentlich aufs Bett, dann blickte er wieder grinsend zu Corvus während er sich auf das Bett setzte, welches daraufhin knatschte: „Schmeckt es?“ Nur ein unzufriedenes Murren folgte zur Antwort. „Nicht so gesprächig heute, was?“, meinte Fusco dann weiterhin gut gelaunt. In den letzten 24 Jahren hatte Fusco niemals aufgehört sich um Corvus zu kümmern, sowie es normalerweise ein Vater für seinen Sohn getan hätte. Und so etwas nennt sich Dämon. Ist ja kein Wunder, dass er immer alleine rumhängt oder besser gesagt, immer bei mir. Hat er sich mal die anderen Dämonen angesehen. Was ist bei ihm nur verkehrt gelaufen. Das ist doch kein Dämon, das ist ein Clown. „Ich würde auch gerne eine Pizza essen gehen“, spaßte Fusco, während er neben Corvus auf einem Dach saß, die Beine baumeln ließ und sie die flüchtige Dienerin dort unten beobachteten. „Corvus, Corvus“, mahnte Fusco ihn, „du ziehst schon wieder ein Gesicht… unglaublich.“ „Halt die Klappe, Fusco“, knirschte Corvus zwischen seinen Zähnen hervor. Fusco lachte kaum merkt bar auf: "Corvus, wenn du das versaust..." Corvus schaute ihn nun wütend an, sein gelbes Auge leuchtet auf: "Ich habe gesagt, du sollst die Klappe halten." Fusco blickte hinab und ließ sich vom Dach nach unten fallen, gute drei Stockwerke tief. Kaum landete er unten auf dem Boden, schauten ihn die Leute alle entgeistert an. Er zuckte die Schultern, als wäre überhaupt nichts und lief auf die Pizzeria gegenüber zu. Corvus knirschte mit den Zähnen und riss wütend seinen Verband vom linken Arm. Er hatte wieder mal eine Menge Verbände um. Fast alle auf der linken Seite. Zum Glück hatte er sich einiger maßen wieder erholt. Sonst würde dieser Auftrag heute ein viel größeres Risiko sein als sonst. Dieser Idiot. Der versaut mir noch alles. Das ist mein Auftrag, der soll sich daraus halten. Bei Satan, möge ihn der Tod ereilen. Corvus sprang ebenfalls herunter, jedoch nicht ohne zwischendurch auf einem Balkon und einigen Fensterbrettern zu landen. Einen Sprung aus dieser Höhe würde er im Gegensatz zu Fusco nicht überleben. Dann rannte er ebenfalls in die Pizzeria. Fusco stand bereits vor einer Hündin mit weißem Fell und kleinen schwarzen Punkten. Ihr Kleid war lang und weiß mit einigen hellblau Tönen. Sie griff nach einer Vase, die als Deko auf dem Tisch stand und warf sie Fusco an den Kopf. "Verschwinde!", schrie sie ihn an. Die Leute in der Pizzeria fingen schon an zu flüstern. Corvus rannte auf die beiden zu und schlug der Hündin gezielt ins Gesicht. Sie knallte zurück und mit dem Hinterkopf gegen die Tischkante, dabei verlor sie das Bewusstsein. Fusco strich sich übers Gesicht und hatte etwas Blut am Handschuh: "Miststück!" Trotz der Wunde verlor er seinen Humor nicht und grinste dabei. Corvus packte sie am Kragen: „Concremo.“ Sie ging in Rauch auf und nichts als Asche blieb. Kurz darauf verschwand Corvus in grau-roten Rauch. Die Leute tuschelten erschrocken miteinander. Fusco ging grinsend in schwarzen Flammen auf und verschwand ebenfalls. Corvus und Fusco tauchten vor dem Schloss wieder auf. Die Dämonen, die davor herumlungerten, schauten sie mit gemischtem Ausdruck in den Gesichtern an. Einerseits fürchtete man Corvus und anderseits hielten ihn und Fusco alle für verrückt. Corvus kümmerte sich darum nicht weiter, doch Fusco machte sich manchmal einen Spaß daraus und hob die Hand, um sie zu grüßen. Was ihm alles andere als Respekt verschaffte. Heiße Asche hing in der Luft, es war wie immer stickig. Dampf stieg aus einigen Erdritzen empor. Sie gingen über die Brücke, die über einen Lavafluss führte, die als einzige den Weg zum Schloss verband. Gleich links von der Eingangshalle befand sich der Thronsaal. Zusammen betraten sie diesen und knieten sich dann mit gesenktem Kopf hin. Fusco ergriff das Wort: „Die Dienerin wurde eliminiert, mein Fürst.“ Der Fürst erhob sich vom Thron, welches nur ein Knarren den beiden verriet und kniete sich vor Fusco, dessen Kopf er anhob. Er schaute ihm tief in die Augen: "Geh!" Ohne zu zögern antwortete er: "Wie ihr wünscht, mein Fürst." Fusco stand auf und ging langsam. Nun kniete sich der Fürst vor Corvus und hob seinen Kopf an. Auch ihm schaute er tief in die Augen. Corvus versuchte sich zusammen zu reißen, aber der Hass machte sich in ihm breit. Sein gelbes Auge leuchtete wieder auf. Der Fürst packte ihm am Hals und hob ihn hoch: "Du lernst es nie!" Mit einem Ruck schmiss er ihn gegen die Wand. Corvus sank zu Boden und rappelte sich ein wenig wieder auf. Wagte es jedoch nicht den Kopf zu heben: "Verzeiht mir, mein Fürst." Eine schwarze Magiewelle erwischte ihn und drückte ihn abermals kraftvoll gegen die Wand. Blut tropfte von seinem linken Arm. Die Wunde hatte sich wieder geöffnet. Er blieb an die Wand gelehnt stehen mit gesenktem Kopf und versuchte ein Zittern zu unterdrücken. "Verzeiht mir, mein Fürst", brachte er kläglich hervor. Der Fürst verschwand wieder im Dunkel des Thronsaales. Corvus ging langsam zur Tür, als er noch mal die Stimme des Fürsten vernahm: "Corvus! Schau mich nie wieder so an." Er schluckte und antwortete nickend: "Nie wieder, mein Fürst." Durch die Eingangshalle kam er in den rechten Flügel des Schlosses. Dort lag sein Zimmer. Er ließ sich auf sein Bett fallen. Sein Kissen verlor erneut ein paar Federn, obwohl es eigentlich kaum noch welche hatte. Wieso kann ich mich nicht einmal zusammenreißen? Verdammt! Warum hat er Fusco schon so schnell gehen lassen? Das war doch Absicht. Er drückte sein Gesicht wütend ins Kissen und biss hinein, um nicht vor Wut los zu schreien. Nach einiger Zeit schloss er die Augen und schlief ein. Als es an der Tür klopfte, wachte Corvus auf. Es war Fusco, der bereits das Zimmer betreten hatte, während Corvus sich noch aufsetzte. Er warf Corvus einen neuen Verband hin: "Du hast es mal wieder nicht gepackt." Corvus traf das sehr. Als Fusco das merkte, verdrehte er die Augen: "Corvus, Corvus, du mit deiner gespaltenen Persönlichkeit." Corvus atmete tief durch: "Da kann ich nichts für." Doch Fusco wusste genau, wie er bei Corvus wieder die gewünschte Finsternis zum Vorschein brachte: "Der Fürst hat dir ja ordentlich eine verpasst." Schon verdunkelte sich wieder der Blick: "Halt einfach die Klappe." Fusco lachte: "Das ist der Corvus, denn ich so mag. Komm lass uns ein Trinken gehen." Das taten die beiden dann auch in einer ganz gewöhnlichen Kneipe. Sie lag verborgen in einer heruntergekommenen Gasse. Hier trafen sich nur finstere Gestalten. Dementsprechend sah auch die Kneipe aus. Das Mobiliar war teilweise beschädigt, die Kneipe war nur schwach beleuchtet und die Stimmung alles andere als fröhlich. Fusco war Corvus einziger Freund. Niemand anders kam auch mit seiner gespaltenen Persönlichkeit zurecht. Er meinte immer, dass Corvus eine gute und eine böse Seite hätte. Die Gute von seiner Mutter, die eine starke Magierin der weißen Magie war und die böse von seinem Vater. Auch wenn sein Vater versucht hatte Corvus davor zu bewahren ein Diener des Teufels zu werden. Von Generation zu Generation ist jeder Nachkomme verpflichtet dem Teufel zu dienen. Der Erste von ihnen, so erzählt man, war ein Magier der weißen Magie und verpflichtete sich und alle seine Nachfahren dem Teufel. Seine weiße Magie wurde zur schwarzen. Im Austausch dafür würde seine Frau, die er so liebte und die nicht mehr lange Leben würde, geheilt von dem Krebs. Für den Versuch seines Vaters die Schwangerschaft seiner Geliebten zu verheimlichen, wurde er mit dem Tode bestraft und der Teufel nahm sich das Kind, kaum hatte es das Licht der Welt erblickt. Corvus wurde von Anfang an zum treuen Diener des Teufels ausgebildet. Fusco schwenkte sein Glas: "Ein guter Whisky, solltest du mal probieren." Corvus trank lieber ein Bier direkt aus der Flasche. Das Bier schmeckt jeden Abend schlechter. Diese verkommene Kneipe ist der letzte Dreck. Warum schleppt der mich nur immer wieder hier her? Ist wohl eine alte Gewohnheit von ihm. Das Glas machte einen dumpfen Ton, als Fusco es wieder auf den Tisch stellte: "Dein Vater hat den Whisky auch sehr geschätzt." Jetzt fängt er damit wieder an. Er ist wohl der einzige Dämon, der sich abends betrinkt. Kommt wohl mit seinem Alter nicht mehr zurecht. Aber das der Mistkerl nicht altert, ist schon ärgerlich. Mich lacht er in ein paar Jahren sicherlich aus und bequatscht dann meine Kinder, falls ich welche haben sollte. Corvus schaute Fusco unbeeindruckt an: "Der hat ihm dann wohl das Hirn vernebelt, sonst würde er heut‘ noch leben." Fusco fing lautstark an zu lachen: "Corvus, nimm es locker. Du wirst dich eines Tages auch verlieben und Kinder haben. Dann kannst du es besser machen. Liebe ist eine Sünde, eine verführerische Sünde. Das Bindeglied zwischen Gut und Böse. Entscheidest du dich falsch, wirst du als Verräter sterben, sowie die Hündin heute. Wer versucht dem Fürsten zu entkommen, schaufelt sich sein eigenes Grab." Corvus rannte durch eine leere Stadt. Alles war dunkel, kein Licht brannte weit und breit. Überall waren pechschwarze Krähen. Auf den Häusern, auf den Bäumen und am Himmel. Sie verfolgten ihn, beobachten ihn. Er lief auf ein Stadttor zu. Dahinter befand sich ein Hügel auf dem eine Art Pavillon stand. In dem Pavillon stand eine weiße Wölfin mit dem Rücken zu ihm gewandt. Sie leuchtete hell. Als er den Pavillon erreichte, erschien ein grelles Licht. Die Wölfin war verschwunden und eine weiße Krähe flog davon... Corvus erwachte und setzte sich auf. Was war denn das? Ich sollte nicht so viel mit Fusco trinken. Sonst verliere ich noch den Verstand. Kaum hatte er sich aufgerappelt und sein Gesicht mit dem restlichen Wasser von gestern gewaschen, um wieder zu Besinnung zu kommen, klopfte es auch schon an der Tür. Ein grauer Igel trat ein. Corvus kannte ihn. Auch er war ein Dämon und schon sehr alt. Corvus hätte ihn am Liebsten nicht beachtet: "Was ist denn?" Der Igel schaute Corvus intensiv an: "Ein neuer Auftrag wartet auf dich, Corvus. Der Fürst will dich sofort sehen." Corvus nickte: "Ich werde ihn nicht warten lassen." Es kam selten vor, dass ein Dämon oder ein Diener kam, um über einen neuen Auftrag Bescheid zu geben. In der Regel geschah dieses nur, wenn derjenige zuvor mit dem Auftrag zu tun gehabt hatte oder der Teufel denjenigen um Rat gefragt hatte. Corvus ging an dem Igel vorbei und direkt zum Thronsaal. Er kniete sich mit gesenktem Kopf hin, wie er es immer tat und von ihm erwartet wurde. Der Fürst tauchte aus der Dunkelheit auf: "Corvus, sieh her." Er hob den Kopf. Der Fürst sah ihm in die Augen. Corvus musste sich zusammenreißen, nicht wieder seinen Hass zum Ausdruck zu bringen. Ihm wurden Bilder einiger Diener telepathisch übermittelt und eine Anweisung sie zu beobachten und zu begleiten. Der Fürst wandte sich wieder ab und verschwand in der Dunkelheit: "Geh Corvus und berichte mir sorgfältig." Corvus stand langsam auf: "Wie ihr wünscht, mein Fürst." Er verließ den Thronsaal und verschwand in grau-rotem Rauch. In einem Haus in der Welt der Sterblichen tauchte er genauso wieder auf. Sechs Diener des Teufels musste er sozusagen betreuen. Sie schauten ihn alle verblüfft an und jeder von ihnen wusste "Das ist Corvus, wenn er auftaucht ist man entweder des Todes oder der Fürst ist unzufrieden." Corvus hörte das ängstliche Schlucken von einigen. Ein höhnisches Grinsen ging über sein Gesicht: "Wie ich merke, kennt ihr mich bereits. Da spare ich mir die Vorstellung." Er schaute durch die Runde. Die schwarze Löwin war Leana* , sie war eine sehr erfolgreiche Auftragskillerin. Neben ihr stand ihr Partner, ein grauschwarz getigerter Kater namens Diritas*. Dann waren dort auch die berüchtigten Zwillingsbrüder Fel* und Odi* . Die beiden dunkelgrünen Igel konnte man nur an ihrer Augenfarbe auseinander halten. Fel hatte rote Augen während Odi orange hatte. Man musste schon genau hinsehen. Auch diese beiden waren Auftragskiller. Die größte Angst ging von Egeo* , der roten Fledermaus aus. Er war noch recht neu und diente dem Teufel erst seit 2 Monaten. Wie die anderen, war auch er ein Auftragskiller. Zu guter Letzt warf Corvus einen Blick auf den pechschwarzen Wolf, der einsam in einer Ecke saß. Er schaute Corvus direkt in die Augen. Corvus‘ Grinsen wurde breiter: "Mit dir hatte ich bereits das Vergnügen, Sentis* . Mal schauen, ob du dich wieder aus der Schlinge ziehen kannst." Er ging auf den hölzernen Tisch zu und schaute auf die Stadtkarte, die dort lag. Einige Stellen waren durch rote Kreise markiert. Leana trat näher heran und zeigte auf einen der Kreise: "Hier wurden die weißen Magier zuletzt gesehen." Corvus prägte sich den Namen der Straße ein: "Dann los! Bewegt euch!" Sie verließen das Haus. Leana führte Corvus zum besagten Ort. Die anderen folgten ihnen. Kurz vor einer Kreuzung blieben sie stehen und Leana deutete auf ein Haus: "Dort haben sie sich getroffen." Corvus schaute sie unbeeindruckt an: "Und weiter? Habt ihr das Haus durchsucht?" Fel und Odi schüttelten gleichzeitig mit dem Kopf. Corvus verdrehte die Augen: "Dann mal los! Ist ja kein Wunder, dass ich hier bin!" Er hörte, wie Sentis mit den Zähnen knirschte und wand sich zu ihm: "Los! Du Faulpelz! Beweg‘ deine müden Knochen, wenn dir dein Leben lieb ist!" Das Haus hatte keine Besonderheiten, keine Wachen und unterschied sich auch nicht groß von den Häusern in der Umgebung. Die Wände waren weiß, dass Dach rot, die Fensterrahmen waren ebenfalls in weiß gestrichen, sowie die Tür. So, wie die sich anstellen, werde ich hier eine halbe Ewigkeit bleiben müssen. Was für ein fauler Haufen. Ich frage mich jedoch, warum es so viele sind. Normaler Weise werden nie mehr als zwei Leute benötigt und hier sind es gleich sechs. Warum habe ich nicht mehr Informationen vom Fürsten bekommen? Hier stimmt doch was nicht. In dem Haus schien niemand mehr zu sein. Es war vollkommen ruhig. Der Flur war weiß, ein blauer Teppichboden und eine hölzerne Garderobe präsentierten sich ihnen als erstes. Corvus lehnte sich an die Wand. Es war schließlich nicht seine Arbeit, sondern ihre. Die Diener teilten sich auf und begannen das Haus zu durchsuchen. Fel und Odi gingen nach oben, Sentis folgte den beiden. Leana, Diritas und Egeo übernahmen den unteren Bereich. Die sollen sich beeilen, auch wenn ich nicht glaube, dass sie hier noch irgendwas finden. Wie blöd kann man auch sein? Sie hätten das Haus gleich durchsuchen müssen. Egeo kam schon nach kurzer Zeit wieder zurück zu Corvus: "Ich konnte nichts finden." Corvus schaute ihn unbeeindruckt an: "Dann such weiter." Egeo strahlte immer noch eine gewaltige Angst aus. Es war ein Wunder, dass er nicht gleich wieder das Zittern anfing. Er ging hinunter in den Keller ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Dort stand nur ein Bücherregal, was sehr ungewöhnlich für einen Keller war. Egeo schaute es sich genauer an, tastete es ab und fand schließlich einen Schalter. Ein Geheimgang öffnete sich. Er rief nach oben: "Ich habe was gefunden." Die anderen liefen schnell hinunter in den Keller. Corvus schaute zufrieden auf den Geheimgang: "Na geht doch! Vorwärts!" Er ging voraus. Es war stockduster, aber das machte ihm nichts aus. Wölfe können im Dunkeln sehen, solange es nicht zu dunkel ist. Die anderen Diener folgen ihm. Die Zwillinge hatten als Einzige unter ihnen erhebliche Probleme im Dunkeln zu sehen. Sie stolperten teilweise etwas ungeschickt hinterher. Der Gang war lang und eng. Nur eine Person zurzeit konnte ihn durch schreiten. Ein Nebeneinander gehen war nicht möglich. Ein Ende war so schnell nicht abzusehen. Die Wände waren feucht und immer wieder tropfte etwas von der Decke. Vermutlich war der Keller nicht ganz dicht und das Wasser vom Regen sickerte hier durch, wenn es nicht schnell genug trocknete. Der Gang führte sie in eine große Halle. Sie war durch und durch aus weißem Marmor und künstlerisch verziert mit Abbildungen von Krähen. Apollon drehte sich zu den anderen: "Was genau ist eigentlich eure Aufgabe?" Sentis lachte: "Hast du etwa keine Informationen bekommen?" Er hörte nicht weiter darauf, was Sentis sagte. Leana ergriff das Wort: "Es geht um eine Gruppe weißer Magier, die versuchen gegen den Fürsten vor zu gehen. Wir sollen sie vernichten. Viele Informationen dazu haben wir auch noch nicht gesammelt. Wir kennen nicht mal die Namen." Sie begannen sich in der Halle etwas um zuschauen, doch sie ist völlig leer. Selbst in den Schränken, die dort standen, war nichts zu finden. Corvus war verärgert: "Das war dann wohl ein Reinfall." Egeo ließ den Kopf hängen: "Tut mir Leid." Was für ein Weichei. Wie kommt so jemand zum Teufel? Der ist doch völlig untauglich. Also wenn er so weitermacht, habe ich nichts Gutes über ihn zu berichten. Er wird wohl der Erste sein, denn ich erledigen muss. Hoffentlich taugt der Rest was. Ich habe keine Lust hier ewig meine Zeit zu verschwenden und dann doch alle aus dem Weg zu räumen. Auf dem Weg nach draußen dachte Corvus an die verschiedenen Abbildungen von den Krähen. Was hatte das nur zu bedeuten? Warum träumte er erst von Krähen und bekam dann diesen Auftrag? Gedanken versunken fasste er sich über sein linkes Auge, dort wo sein Krähensymbol sein Fell zeichnete. Er tat dieses völlig unbewusst und senkte auch kurz darauf wieder die Hand. Sie würden einen Plan brauchen. Zwar spielte er nur den Aufpasser für diese sechs Versager, aber der Teufel ließ seine Wut auch gerne an Corvus aus, wenn sie versagten. Das kannte er schon aus vergangenen Aufträgen. Jedoch hatte er noch nie sechs Diener zusammenarbeiten sehen. Oft schon hatte er auf zwei Diener aufgepasst, oftmals war es nur ein einzelner, aber noch nie waren es sechs zugleich gewesen. Was auch immer hier vor sich ging, musste sehr wichtig sein, sonst würde der Teufel nicht so viele Diener für einen Auftrag entbehren. Da war Corvus sich sicher. Warum in aller Welt der Teufel jedoch Sentis beauftragt hatte, war ihm absolut schleierhaft. So langsam musste der Fürst doch mal merken, dass Sentis seine Arbeit nie gut erledigte.
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Kapitel 6 - Töte oder werde getötet Denken die wirklich sie hätten die Hölle s c h o n gesehen? Ihren Liebsten zu verlieren, wäre das Schlimmste, was ihr hätte passieren können? Und glaubt auch noch vom Pech verfolgt zu werden und gerade die Hölle zu durch schreiten? Nur weil es grad‘ mal nicht so gut läuft. Wie erbärmlich die Gewöhnlichen doch sind. Jammert und klagt vor ihrer Freundin über ihr ach so schreckliches Schicksal. Ich kenne die wahre Hölle und das hat absolut nichts mit diesem Quatsch zu tun. Die weinende Katzendame wischte sich erneut mit einem Taschentuch über das Gesicht, während ihre Freundin neben ihr am Tisch des Cafés saß und versuchte sie zu trösten: „Psst. Ist ja gut. Er war ein Idiot. Es gibt bessere. Du wirst schon sehen.“ Im Dunkel der Gasse direkt neben dem Café blickte Corvus immer wieder zu einem hellgrauen Wolf herüber. Seit vier Tagen war er bereits hinter dem her und der Fürst war alles andere als gut gelaunt. Dieses musste Corvus auch schon am eigenen Leib spüren. Würde er noch mehr einstecken müssen, wäre er wahrscheinlich nicht mal mehr in der Lage den hellgrauen Wolf zu töten. Es musste heute passieren und dieses Mal durfte nichts schief laufen. Auch ein Grund, warum Corvus seinen treuen Mitkämpfer Fusco nicht mitgenommen hatte. Der würde nur alles versauen. Der hellgraue Wolf sah aus wie um die 25 Jahre, hatte ein schwarzes Lederarmband am rechten Arm und trug ein abgetragenes, schwarzes Muskelshirt. Gerade drehte er Corvus den Rücken zu, doch dieser wusste, dass der Wolf grüne Augen hatte und die etwas längeren Haare über das linke Auge hingen. Er wartete auf seine Chance. Wenn er sich ihm entgegenstellte, würde dieser nur wieder auf der Stelle verschwinden und Corvus hätte ein weiteres Mal versagt. Es waren nicht sonderlich viele weitere Personen in der Straße unterwegs, was es Corvus erleichterte den Wolf zu beobachten. Es war dennoch erstaunlich, dass er sich in einer Kleinstadt aufhielt. Die meisten Diener zogen es vor in eine Großstadt zu fliehen, um in der Menge der Bewohner unter zu tauchen. Hier war es fast schon zu leicht gewesen ihn aufzuspüren. Der führt jetzt schon seit einer Ewigkeit mit der Verkäuferin des Obstladens Smalltalk. Ist der da bald mal fertig? Ich habe wirklich noch was Besseres zu tun. Verdammter Feigling! Und so etwas war mal ein Diener des Fürsten. Wenn der nicht jeden Idioten zum Diener machen würde, hätte ich nur halb so viel zu tun. Der Wolf drehte sich nun endlich um. Er hatte eine Gartenzeitschrift gekauft und wirkte sehr glücklich. Corvus wartete in der Gasse darauf, dass er endlich den Laden verlassen würde. Kaum das die Tür aufgegangen war und der Wolf einen Schritt hinausging, rannte Corvus auf ihn zu und packte ihn: „Concremo!“ Der Wolf hatte nicht mal Zeit zu reagieren, schon ging er rauchend in Asche auf, die zu Boden fiel und durch Corvus Hand rieselte. Corvus grinste selbst zufrieden: „Endlich.“ Die wenigen Leute in der Straße schauten entsetzt zu ihm, ehe Corvus selbst in grau-rotem Rauch verschwand. In der Hölle tauchte er bereits im Schloss auf, in einem der vielen Gänge in denen sich die Zimmer der Diener befanden. Die Asche staubte vom Boden auf, als er Richtung Thronsaal lief. Er hasste es diesen betreten zu müssen. Nicht das Niederknien oder die untertänigen Worte waren es, die ihn störten, sondern die Ungewissheit, ob er dort unversehrt wieder herauskommen würde. Selbst wenn er seinen Auftrag gut erfüllt hatte, benutzte der Fürst der Finsternis ihn zu gerne als seinen persönlichen Prügelknaben. Er brauchte keinen Grund dazu. Corvus war nur ein Diener. Zwar der Henker des Fürsten, aber dennoch nur ein Diener. Aus unbekannten Gründen hegte er zusätzlich noch einen besonderen Groll gegen Corvus und vor allem dann, wenn Corvus Auge voller Zorn gegen den Teufel aufleuchtete. Corvus wusste, dass er sich zusammenreißen müsste und ging erhobenen Hauptes in den Thronsaal. Dort kniete er sich nieder und senkte den Kopf: „Mein Fürst, der Diener ist wie befohlen tot.“ Satan schnaubte verärgert: „Das wurde auch höchste Zeit.“ „Verzeiht meine langsame Arbeit. Das kommt sicher nicht wieder vor“, beteuerte Corvus ihm untertänigstes. Man hörte, wie der Teufel sich von seinem Thron erhob, der in der undurchdringlichen Finsternis des Thronsaales stand. „Corvus, sieh mich an“, forderte der Fürst ihn auf, als er aus dem Dunkel trat. Zögerlich hob Corvus den Kopf und blickte den Teufel an. Der Fürst stellte ihn mal wieder auf die Probe und oftmals bestand Corvus diese Probe nicht. Er konnte sich einfach nicht unter Kontrolle halten. Mit aller Disziplin, die er aufbringen konnte, versuchte er seinen Hass zurück zu halten. Jedoch blitzte ein leichtes Leuchten aus seinem gelben Auge auf. Der Teufel ließ eine schwarze Magiewelle auf ihn los. Eine Art Schockwelle aus schwarzer Magie, die in rasender Geschwindigkeit ihn erfasste und ihn gegen die steinerne Wand im Thronsaal schleuderte. Corvus gab einen Schmerzenslaut von sich und rappelte sich dann schnell wieder soweit auf, dass er erneut vor dem Fürsten kniete: „Verzeiht mir, mein Fürst.“ Der Teufel verschwand wieder in der Finsternis: „Geh mir aus den Augen!“ Corvus nickte leicht: „Wie ihr wünscht, mein Fürst.“ Dann stand er auf und ging aus dem Thronsaal. Er würde ruhen müssen, um für den nächsten Auftrag wieder kampftauglich zu sein. Sein linkes Bein hinkte, sein Rücken schmerzte grausam. Wenn er sich nicht schnell genug erholen würde bis zum nächsten Auftrag, dann wäre das vielleicht sein letzter. Mit einem Knall stellte Fusco den Korb auf den morschen, alten Schreibtisch: „Guten Morgen Corvus! Aufgestanden!“ Corvus gab ein Knurren von sich und drehte sich einfach, wobei er sich die mit Löchern übersehte Decke über den Kopf zog. Fusco lachte: „Ich sehe dich immer noch. Nun komm schon. Die Sonne ist längst aufgegangen.“ Ein weiteres Knurren erklang: „In der Hölle gibt es keine Sonne. Lass mich in Ruhe!“ Mit ein paar großen Schritten war Fusco bei ihm am Bett und zog einmal kräftig an der Decke, dabei grinste er breit: „Aufgestanden Schlafmütze.“ Corvus murrte mehr als verärgert und rappelte sich auf: „Wer hat dich eigentlich als meinen Wecker eingestellt?“ Ein lautes Lachen erklang aus Fuscos Kehle: „Niemand, aber wer sonst sollte dich aus dem Bett holen. Frühstück steht auf dem Tisch.“ Er deutete dabei auf den Schreibtisch. Von Corvus kam kein „Danke“ oder sonstiges. Noch müde rappelte er sich auf und ging dann zu dem Schreibtisch. Er ließ sich in den morschen, unbequemen Stuhl davor fallen, nahm sich etwas von dem alten Brot und kaute dann auf dem zähen Stück herum. Das Einzige, was man hier unten zu essen bekam, altes Brot. Die Wasserflasche war zumindest mit frischem Wasser gefüllt. Schließlich konnte der Fürst nicht riskieren, dass seine Diener krank werden würden. Er brauchte diese. Fusco schüttelte inzwischen Corvus Kissen auf und legte die Decke ordentlich aufs Bett, dann blickte er wieder grinsend zu Corvus während er sich auf das Bett setzte, welches daraufhin knatschte: „Schmeckt es?“ Nur ein unzufriedenes Murren folgte zur Antwort. „Nicht so gesprächig heute, was?“, meinte Fusco dann weiterhin gut gelaunt. In den letzten 24 Jahren hatte Fusco niemals aufgehört sich um Corvus zu kümmern, sowie es normalerweise ein Vater für seinen Sohn getan hätte. Und so etwas nennt sich Dämon. Ist ja kein Wunder, dass er immer alleine rumhängt oder besser gesagt, immer bei mir. Hat er sich mal die anderen Dämonen angesehen. Was ist bei ihm nur verkehrt gelaufen. Das ist doch kein Dämon, das ist ein Clown. „Ich würde auch gerne eine Pizza essen gehen“, spaßte Fusco, während er neben Corvus auf einem Dach saß, die Beine baumeln ließ und sie die flüchtige Dienerin dort unten beobachteten. „Corvus, Corvus“, mahnte Fusco ihn, „du ziehst schon wieder ein Gesicht… unglaublich.“ „Halt die Klappe, Fusco“, knirschte Corvus zwischen seinen Zähnen hervor. Fusco lachte kaum merkt bar auf: "Corvus, wenn du das versaust..." Corvus schaute ihn nun wütend an, sein gelbes Auge leuchtet auf: "Ich habe gesagt, du sollst die Klappe halten." Fusco blickte hinab und ließ sich vom Dach nach unten fallen, gute drei Stockwerke tief. Kaum landete er unten auf dem Boden, schauten ihn die Leute alle entgeistert an. Er zuckte die Schultern, als wäre überhaupt nichts und lief auf die Pizzeria gegenüber zu. Corvus knirschte mit den Zähnen und riss wütend seinen Verband vom linken Arm. Er hatte wieder mal eine Menge Verbände um. Fast alle auf der linken Seite. Zum Glück hatte er sich einiger maßen wieder erholt. Sonst würde dieser Auftrag heute ein viel größeres Risiko sein als sonst. Dieser Idiot. Der versaut mir noch alles. Das ist mein Auftrag, der soll sich daraus halten. Bei Satan, möge ihn der Tod ereilen. Corvus sprang ebenfalls herunter, jedoch nicht ohne zwischendurch auf einem Balkon und einigen Fensterbrettern zu landen. Einen Sprung aus dieser Höhe würde er im Gegensatz zu Fusco nicht überleben. Dann rannte er ebenfalls in die Pizzeria. Fusco stand bereits vor einer Hündin mit weißem Fell und kleinen schwarzen Punkten. Ihr Kleid war lang und weiß mit einigen hellblau Tönen. Sie griff nach einer Vase, die als Deko auf dem Tisch stand und warf sie Fusco an den Kopf. "Verschwinde!", schrie sie ihn an. Die Leute in der Pizzeria fingen schon an zu flüstern. Corvus rannte auf die beiden zu und schlug der Hündin gezielt ins Gesicht. Sie knallte zurück und mit dem Hinterkopf gegen die Tischkante, dabei verlor sie das Bewusstsein. Fusco strich sich übers Gesicht und hatte etwas Blut am Handschuh: "Miststück!" Trotz der Wunde verlor er seinen Humor nicht und grinste dabei. Corvus packte sie am Kragen: „Concremo.“ Sie ging in Rauch auf und nichts als Asche blieb. Kurz darauf verschwand Corvus in grau-roten Rauch. Die Leute tuschelten erschrocken miteinander. Fusco ging grinsend in schwarzen Flammen auf und verschwand ebenfalls. Corvus und Fusco tauchten vor dem Schloss wieder auf. Die Dämonen, die davor herumlungerten, schauten sie mit gemischtem Ausdruck in den Gesichtern an. Einerseits fürchtete man Corvus und anderseits hielten ihn und Fusco alle für verrückt. Corvus kümmerte sich darum nicht weiter, doch Fusco machte sich manchmal einen Spaß daraus und hob die Hand, um sie zu grüßen. Was ihm alles andere als Respekt verschaffte. Heiße Asche hing in der Luft, es war wie immer stickig. Dampf stieg aus einigen Erdritzen empor. Sie gingen über die Brücke, die über einen Lavafluss führte, die als einzige den Weg zum Schloss verband. Gleich links von der Eingangshalle befand sich der Thronsaal. Zusammen betraten sie diesen und knieten sich dann mit gesenktem Kopf hin. Fusco ergriff das Wort: „Die Dienerin wurde eliminiert, mein Fürst.“ Der Fürst erhob sich vom Thron, welches nur ein Knarren den beiden verriet und kniete sich vor Fusco, dessen Kopf er anhob. Er schaute ihm tief in die Augen: "Geh!" Ohne zu zögern antwortete er: "Wie ihr wünscht, mein Fürst." Fusco stand auf und ging langsam. Nun kniete sich der Fürst vor Corvus und hob seinen Kopf an. Auch ihm schaute er tief in die Augen. Corvus versuchte sich zusammen zu reißen, aber der Hass machte sich in ihm breit. Sein gelbes Auge leuchtete wieder auf. Der Fürst packte ihm am Hals und hob ihn hoch: "Du lernst es nie!" Mit einem Ruck schmiss er ihn gegen die Wand. Corvus sank zu Boden und rappelte sich ein wenig wieder auf. Wagte es jedoch nicht den Kopf zu heben: "Verzeiht mir, mein Fürst." Eine schwarze Magiewelle erwischte ihn und drückte ihn abermals kraftvoll gegen die Wand. Blut tropfte von seinem linken Arm. Die Wunde hatte sich wieder geöffnet. Er blieb an die Wand gelehnt stehen mit gesenktem Kopf und versuchte ein Zittern zu unterdrücken. "Verzeiht mir, mein Fürst", brachte er kläglich hervor. Der Fürst verschwand wieder im Dunkel des Thronsaales. Corvus ging langsam zur Tür, als er noch mal die Stimme des Fürsten vernahm: "Corvus! Schau mich nie wieder so an." Er schluckte und antwortete nickend: "Nie wieder, mein Fürst." Durch die Eingangshalle kam er in den rechten Flügel des Schlosses. Dort lag sein Zimmer. Er ließ sich auf sein Bett fallen. Sein Kissen verlor erneut ein paar Federn, obwohl es eigentlich kaum noch welche hatte. Wieso kann ich mich nicht einmal zusammenreißen? Verdammt! Warum hat er Fusco schon so schnell gehen lassen? Das war doch Absicht. Er drückte sein Gesicht wütend ins Kissen und biss hinein, um nicht vor Wut los zu schreien. Nach einiger Zeit schloss er die Augen und schlief ein. Als es an der Tür klopfte, wachte Corvus auf. Es war Fusco, der bereits das Zimmer betreten hatte, während Corvus sich noch aufsetzte. Er warf Corvus einen neuen Verband hin: "Du hast es mal wieder nicht gepackt." Corvus traf das sehr. Als Fusco das merkte, verdrehte er die Augen: "Corvus, Corvus, du mit deiner gespaltenen Persönlichkeit." Corvus atmete tief durch: "Da kann ich nichts für." Doch Fusco wusste genau, wie er bei Corvus wieder die gewünschte Finsternis zum Vorschein brachte: "Der Fürst hat dir ja ordentlich eine verpasst." Schon verdunkelte sich wieder der Blick: "Halt einfach die Klappe." Fusco lachte: "Das ist der Corvus, denn ich so mag. Komm lass uns ein Trinken gehen." Das taten die beiden dann auch in einer ganz gewöhnlichen Kneipe. Sie lag verborgen in einer heruntergekommenen Gasse. Hier trafen sich nur finstere Gestalten. Dementsprechend sah auch die Kneipe aus. Das Mobiliar war teilweise beschädigt, die Kneipe war nur schwach beleuchtet und die Stimmung alles andere als fröhlich. Fusco war Corvus einziger Freund. Niemand anders kam auch mit seiner gespaltenen Persönlichkeit zurecht. Er meinte immer, dass Corvus eine gute und eine böse Seite hätte. Die Gute von seiner Mutter, die eine starke Magierin der weißen Magie war und die böse von seinem Vater. Auch wenn sein Vater versucht hatte Corvus davor zu bewahren ein Diener des Teufels zu werden. Von Generation zu Generation ist jeder Nachkomme verpflichtet dem Teufel zu dienen. Der Erste von ihnen, so erzählt man, war ein Magier der weißen Magie und verpflichtete sich und alle seine Nachfahren dem Teufel. Seine weiße Magie wurde zur schwarzen. Im Austausch dafür würde seine Frau, die er so liebte und die nicht mehr lange Leben würde, geheilt von dem Krebs. Für den Versuch seines Vaters die Schwangerschaft seiner Geliebten zu verheimlichen, wurde er mit dem Tode bestraft und der Teufel nahm sich das Kind, kaum hatte es das Licht der Welt erblickt. Corvus wurde von Anfang an zum treuen Diener des Teufels ausgebildet. Fusco schwenkte sein Glas: "Ein guter Whisky, solltest du mal probieren." Corvus trank lieber ein Bier direkt aus der Flasche. Das Bier schmeckt jeden Abend schlechter. Diese verkommene Kneipe ist der letzte Dreck. Warum schleppt der mich nur immer wieder hier her? Ist wohl eine alte Gewohnheit von ihm. Das Glas machte einen dumpfen Ton, als Fusco es wieder auf den Tisch stellte: "Dein Vater hat den Whisky auch sehr geschätzt." Jetzt fängt er damit wieder an. Er ist wohl der einzige Dämon, der sich abends betrinkt. Kommt wohl mit seinem Alter nicht mehr zurecht. Aber das der Mistkerl nicht altert, ist schon ärgerlich. Mich lacht er in ein paar Jahren sicherlich aus und bequatscht dann meine Kinder, falls ich welche haben sollte. Corvus schaute Fusco unbeeindruckt an: "Der hat ihm dann wohl das Hirn vernebelt, sonst würde er heut‘ noch leben." Fusco fing lautstark an zu lachen: "Corvus, nimm es locker. Du wirst dich eines Tages auch verlieben und Kinder haben. Dann kannst du es besser machen. Liebe ist eine Sünde, eine verführerische Sünde. Das Bindeglied zwischen Gut und Böse. Entscheidest du dich falsch, wirst du als Verräter sterben, sowie die Hündin heute. Wer versucht dem Fürsten zu entkommen, schaufelt sich sein eigenes Grab." Corvus rannte durch eine leere Stadt. Alles war dunkel, kein Licht brannte weit und breit. Überall waren pechschwarze Krähen. Auf den Häusern, auf den Bäumen und am Himmel. Sie verfolgten ihn, beobachten ihn. Er lief auf ein Stadttor zu. Dahinter befand sich ein Hügel auf dem eine Art Pavillon stand. In dem Pavillon stand eine weiße Wölfin mit dem Rücken zu ihm gewandt. Sie leuchtete hell. Als er den Pavillon erreichte, erschien ein grelles Licht. Die Wölfin war verschwunden und eine weiße Krähe flog davon... Corvus erwachte und setzte sich auf. Was war denn das? Ich sollte nicht so viel mit Fusco trinken. Sonst verliere ich noch den Verstand. Kaum hatte er sich aufgerappelt und sein Gesicht mit dem restlichen Wasser von gestern gewaschen, um wieder zu Besinnung zu kommen, klopfte es auch schon an der Tür. Ein grauer Igel trat ein. Corvus kannte ihn. Auch er war ein Dämon und schon sehr alt. Corvus hätte ihn am Liebsten nicht beachtet: "Was ist denn?" Der Igel schaute Corvus intensiv an: "Ein neuer Auftrag wartet auf dich, Corvus. Der Fürst will dich sofort sehen." Corvus nickte: "Ich werde ihn nicht warten lassen." Es kam selten vor, dass ein Dämon oder ein Diener kam, um über einen neuen Auftrag Bescheid zu geben. In der Regel geschah dieses nur, wenn derjenige zuvor mit dem Auftrag zu tun gehabt hatte oder der Teufel denjenigen um Rat gefragt hatte. Corvus ging an dem Igel vorbei und direkt zum Thronsaal. Er kniete sich mit gesenktem Kopf hin, wie er es immer tat und von ihm erwartet wurde. Der Fürst tauchte aus der Dunkelheit auf: "Corvus, sieh her." Er hob den Kopf. Der Fürst sah ihm in die Augen. Corvus musste sich zusammenreißen, nicht wieder seinen Hass zum Ausdruck zu bringen. Ihm wurden Bilder einiger Diener telepathisch übermittelt und eine Anweisung sie zu beobachten und zu begleiten. Der Fürst wandte sich wieder ab und verschwand in der Dunkelheit: "Geh Corvus und berichte mir sorgfältig." Corvus stand langsam auf: "Wie ihr wünscht, mein Fürst." Er verließ den Thronsaal und verschwand in grau-rotem Rauch. In einem Haus in der Welt der Sterblichen tauchte er genauso wieder auf. Sechs Diener des Teufels musste er sozusagen betreuen. Sie schauten ihn alle verblüfft an und jeder von ihnen wusste "Das ist Corvus, wenn er auftaucht ist man entweder des Todes oder der Fürst ist unzufrieden." Corvus hörte das ängstliche Schlucken von einigen. Ein höhnisches Grinsen ging über sein Gesicht: "Wie ich merke, kennt ihr mich bereits. Da spare ich mir die Vorstellung." Er schaute durch die Runde. Die schwarze Löwin war Leana* , sie war eine sehr erfolgreiche Auftragskillerin. Neben ihr stand ihr Partner, ein grauschwarz getigerter Kater namens Diritas*. Dann waren dort auch die berüchtigten Zwillingsbrüder Fel* und Odi* . Die beiden dunkelgrünen Igel konnte man nur an ihrer Augenfarbe auseinander halten. Fel hatte rote Augen während Odi orange hatte. Man musste schon genau hinsehen. Auch diese beiden waren Auftragskiller. Die größte Angst ging von Egeo* , der roten Fledermaus aus. Er war noch recht neu und diente dem Teufel erst seit 2 Monaten. Wie die anderen, war auch er ein Auftragskiller. Zu guter Letzt warf Corvus einen Blick auf den pechschwarzen Wolf, der einsam in einer Ecke saß. Er schaute Corvus direkt in die Augen. Corvus‘ Grinsen wurde breiter: "Mit dir hatte ich bereits das Vergnügen, Sentis* . Mal schauen, ob du dich wieder aus der Schlinge ziehen kannst." Er ging auf den hölzernen Tisch zu und schaute auf die Stadtkarte, die dort lag. Einige Stellen waren durch rote Kreise markiert. Leana trat näher heran und zeigte auf einen der Kreise: "Hier wurden die weißen Magier zuletzt gesehen." Corvus prägte sich den Namen der Straße ein: "Dann los! Bewegt euch!" Sie verließen das Haus. Leana führte Corvus zum besagten Ort. Die anderen folgten ihnen. Kurz vor einer Kreuzung blieben sie stehen und Leana deutete auf ein Haus: "Dort haben sie sich getroffen." Corvus schaute sie unbeeindruckt an: "Und weiter? Habt ihr das Haus durchsucht?" Fel und Odi schüttelten gleichzeitig mit dem Kopf. Corvus verdrehte die Augen: "Dann mal los! Ist ja kein Wunder, dass ich hier bin!" Er hörte, wie Sentis mit den Zähnen knirschte und wand sich zu ihm: "Los! Du Faulpelz! Beweg‘ deine müden Knochen, wenn dir dein Leben lieb ist!" Das Haus hatte keine Besonderheiten, keine Wachen und unterschied sich auch nicht groß von den Häusern in der Umgebung. Die Wände waren weiß, dass Dach rot, die Fensterrahmen waren ebenfalls in weiß gestrichen, sowie die Tür. So, wie die sich anstellen, werde ich hier eine halbe Ewigkeit bleiben müssen. Was für ein fauler Haufen. Ich frage mich jedoch, warum es so viele sind. Normaler Weise werden nie mehr als zwei Leute benötigt und hier sind es gleich sechs. Warum habe ich nicht mehr Informationen vom Fürsten bekommen? Hier stimmt doch was nicht. In dem Haus schien niemand mehr zu sein. Es war vollkommen ruhig. Der Flur war weiß, ein blauer Teppichboden und eine hölzerne Garderobe präsentierten sich ihnen als erstes. Corvus lehnte sich an die Wand. Es war schließlich nicht seine Arbeit, sondern ihre. Die Diener teilten sich auf und begannen das Haus zu durchsuchen. Fel und Odi gingen nach oben, Sentis folgte den beiden. Leana, Diritas und Egeo übernahmen den unteren Bereich. Die sollen sich beeilen, auch wenn ich nicht glaube, dass sie hier noch irgendwas finden. Wie blöd kann man auch sein? Sie hätten das Haus gleich durchsuchen müssen. Egeo kam schon nach kurzer Zeit wieder zurück zu Corvus: "Ich konnte nichts finden." Corvus schaute ihn unbeeindruckt an: "Dann such weiter." Egeo strahlte immer noch eine gewaltige Angst aus. Es war ein Wunder, dass er nicht gleich wieder das Zittern anfing. Er ging hinunter in den Keller ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Dort stand nur ein Bücherregal, was sehr ungewöhnlich für einen Keller war. Egeo schaute es sich genauer an, tastete es ab und fand schließlich einen Schalter. Ein Geheimgang öffnete sich. Er rief nach oben: "Ich habe was gefunden." Die anderen liefen schnell hinunter in den Keller. Corvus schaute zufrieden auf den Geheimgang: "Na geht doch! Vorwärts!" Er ging voraus. Es war stockduster, aber das machte ihm nichts aus. Wölfe können im Dunkeln sehen, solange es nicht zu dunkel ist. Die anderen Diener folgen ihm. Die Zwillinge hatten als Einzige unter ihnen erhebliche Probleme im Dunkeln zu sehen. Sie stolperten teilweise etwas ungeschickt hinterher. Der Gang war lang und eng. Nur eine Person zurzeit konnte ihn durch schreiten. Ein Nebeneinander gehen war nicht möglich. Ein Ende war so schnell nicht abzusehen. Die Wände waren feucht und immer wieder tropfte etwas von der Decke. Vermutlich war der Keller nicht ganz dicht und das Wasser vom Regen sickerte hier durch, wenn es nicht schnell genug trocknete. Der Gang führte sie in eine große Halle. Sie war durch und durch aus weißem Marmor und künstlerisch verziert mit Abbildungen von Krähen. Apollon drehte sich zu den anderen: "Was genau ist eigentlich eure Aufgabe?" Sentis lachte: "Hast du etwa keine Informationen bekommen?" Er hörte nicht weiter darauf, was Sentis sagte. Leana ergriff das Wort: "Es geht um eine Gruppe weißer Magier, die versuchen gegen den Fürsten vor zu gehen. Wir sollen sie vernichten. Viele Informationen dazu haben wir auch noch nicht gesammelt. Wir kennen nicht mal die Namen." Sie begannen sich in der Halle etwas um zuschauen, doch sie ist völlig leer. Selbst in den Schränken, die dort standen, war nichts zu finden. Corvus war verärgert: "Das war dann wohl ein Reinfall." Egeo ließ den Kopf hängen: "Tut mir Leid." Was für ein Weichei. Wie kommt so jemand zum Teufel? Der ist doch völlig untauglich. Also wenn er so weitermacht, habe ich nichts Gutes über ihn zu berichten. Er wird wohl der Erste sein, denn ich erledigen muss. Hoffentlich taugt der Rest was. Ich habe keine Lust hier ewig meine Zeit zu verschwenden und dann doch alle aus dem Weg zu räumen. Auf dem Weg nach draußen dachte Corvus an die verschiedenen Abbildungen von den Krähen. Was hatte das nur zu bedeuten? Warum träumte er erst von Krähen und bekam dann diesen Auftrag? Gedanken versunken fasste er sich über sein linkes Auge, dort wo sein Krähensymbol sein Fell zeichnete. Er tat dieses völlig unbewusst und senkte auch kurz darauf wieder die Hand. Sie würden einen Plan brauchen. Zwar spielte er nur den Aufpasser für diese sechs Versager, aber der Teufel ließ seine Wut auch gerne an Corvus aus, wenn sie versagten. Das kannte er schon aus vergangenen Aufträgen. Jedoch hatte er noch nie sechs Diener zusammenarbeiten sehen. Oft schon hatte er auf zwei Diener aufgepasst, oftmals war es nur ein einzelner, aber noch nie waren es sechs zugleich gewesen. Was auch immer hier vor sich ging, musste sehr wichtig sein, sonst würde der Teufel nicht so viele Diener für einen Auftrag entbehren. Da war Corvus sich sicher. Warum in aller Welt der Teufel jedoch Sentis beauftragt hatte, war ihm absolut schleierhaft. So langsam musste der Fürst doch mal merken, dass Sentis seine Arbeit nie gut erledigte.

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